MENSCH-SEIN im Zeitalter Künstlicher Intelligenz​

Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz stellt eine Zäsur dar mit weitreichenden Implikationen. KI ist nicht nur eine neue Technologie in den Händen des Menschen. Es ist eine Technologie, die in besonderem Maße auf ihn abfärbt. Sie verändert sein Verständnis von sich selbst und von der Welt. Die wesentliche Frage, die sich im Angesicht immer leistungsfähigerer KI stellt, liegt daher nicht in den Möglichkeiten der Technik, sondern in denjenigen des Menschen: Wie unterscheidet sich der Mensch von Maschinen, wo ist sein Platz in der Welt und wird es im Zeitalter von KI überhaupt noch einen besonderen Platz für ihn geben? Die Antworten, die sich der Mensch auf diese Fragen geben wird, finden Niederschlag in allem, was menschliches Leben auszeichnet. Das Buch zeichnet in großen Linien die Grundgedanken eines neuen Menschen- und Weltbilds nach, das sich in Auseinandersetzung mit KI aktuell herausschält, und fragt nach den Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Ethische Fragen im Digitalzeitalter

Sollte der Mensch mit Maschinen fusionieren? Was tun Menschen, wenn sie nichts mehr zu tun haben? Sollte KI-Forschung pausiert werden? Brauchen wir noch eine Privatsphäre? Das beginnende Digitalzeitalter wirft fundamentale ethische Fragen auf. Die Diskussionen pendeln zwischen techno-utopischen Visionen einer paradiesischen Zukunft und dystopischen Alpträumen von der Vernichtung der Menschheit durch den Geist der Maschine, den der Mensch selbst aus der Flasche gelassen hat. Und in all dem sitzt der Mensch und fragt sich, was ihn von Künstlicher Intelligenz unterscheidet, wo sein Platz in der Welt sein wird, und wie ein gutes Leben unter den Bedingungen ständiger Veränderung aussehen kann. Zeit für Philosophie. Zeit für sachliches Nachdenken über die ethischen Fragen des Digitalzeitalters. Die Beiträge dieses Bandes gehen auf eine Ringvorlesung des Referats für Technik- und Wissenschaftsethik an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften des Landes Baden-Württemberg zurück, bei der Expertinnen und Experten über die ethischen Aspekte der technologiegetriebenen Transformation der Welt referiert haben.

Stabiler Burn-out

Erschöpfung ist zu einem systemischen Bestandteil unserer Zeit geworden: Zwei Drittel aller Arbeitnehmer/innen betrachten sich als Burn-out-gefährdet. Die Natur ist ausgezehrt. Finanzsysteme müssen vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Lieferketten werden brüchig und zum Risikofaktor für die Wirtschaft. Krisen häufen und verschachteln sich, während das Vertrauen in die Demokratie und die zur Krisenbewältigung vorgesehenen Institutionen erodiert. Doch die Erschöpfung führt nicht zum Burn-out, sondern zum Burn-on. Alles geht immer weiter. Systeme werden durch Symptom­behandlung am Rande des Kollapses stabil gehalten. Tieferliegende Ursachen bleiben allzu oft unerkannt und unberührt. Die vorherrschende Lösungsstrategie lautet: mehr vom selben. Der Burn-out, so scheint es, ist stabil.

Bücher

  • (Hg.), Stabiler Burn-out: Sind Mensch, Gesellschaft und Natur im Zustand verstetigter Erschöpfung? (Aisthesis Verlag) 2026
  • Mensch-Sein im Zeitalter Künstlicher Intelligenz, Stuttgart (Kohlhammer Verlag) 2025
  • (Hg.), Ethische Fragen im Digitalzeitalter, Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2025
  • Feuer, Wasser, Erde, Luft. Eine Phänomenologie der Natur am Beispiel der vier Elemente, Rostock (Ingo Koch Verlag) 2003. (LYNKEUS. Studien zur Neuen Phänomenologie, Band 9)
  • (Hg.), Neue Ästhetik. Das Atmosphärische und die Kunst, München (Fink Verlag) 2002
  • (Hg.), Über das Weib. Was berühmte Männer über Frauen denken, Darmstadt (stmv Verlag) 2001

Artikel

  • Künstliche Intelligenz und das Verantwortungsdilemma, in: Funk/Klös/Völker
  • (Hg.): Deutschland neu denken. Perspektiven für Wirtschaft, Gesellschaft und Freiheit, Stuttgart (Kohlhammer Verlag) 2026, S. 253-256
  • Wozu lernen, wenn KI alles weiß? – Positionspapier zur Bildung im KI-Zeitalter, in: Zenodo 2026, https://doi.org/10.5281/zenodo.19181761
  • The Munster statement on the principles of research ethics and research integrity, Seán Lacey, Tom Farrelly, Vasiliki Petousi, Aristotel Popescu, Ziad Mahayni, Áine de Róiste, Andrea S. Pitasi, Susana Irene Díaz, Niina Ervaala, Oskar MacGregor, in: Societal Impacts, Volume 7, 2026, https://doi.org/10.1016/j.socimp.2026.100187 
  • Die Stabilisierung der Instabilität als Modus Operandi der Spätmoderne, in: Ziad Mahayni (Hg.): Stabiler Burn-out. Sind Mensch, Gesellschaft und Natur im Zustand verstetigter Erschöpfung?, Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2026, S. 7-14
  • Leben wir in einer hypernormalen Welt?, in: Ziad Mahayni (Hg.): Stabiler Burn-out. Sind Mensch, Gesellschaft und Natur im Zustand verstetigter Erschöpfung?, Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2026, S. 15-32
  • Künstliche Intelligenz und das Verantwortungsdilemma, in: WEITERDENKEN. Zeitschrift für Position, Perspektive, Progression, 4/2025, S. 77-80
  • Ist Künstliche Intelligenz intelligent?, in: Rebecca Böhme, Ute Gahlings, Dieter Mersch, Alfred Nordmann, Gregor Schiemann (Hg.): Philosophie als Kritik und Lebenspraxis, Freiburg (wbg Academic/Herder Verlag) 2025
  • DeepFakes und die ‚Infokalypse‘. Wie beeinflusst generative Künstliche Intelligenz das Informationsökosystem?, in: Petra Drewer, Felix Mayer, Donatella Pulitano (Hg.): Terminologie in der KI – KI in der Terminologie. Akten des DTT-Symposions 2025. Karlsruhe, München, Bern: Deutscher Terminologie-Tag, S. 3-10
  • Paradigmenwechsel Digitalzeitalter, in: Ziad Mahayni (Hg.), Ethische Fragen im Digitalzeitalter, Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2025, S. 7-13
  • Künstliche Intelligenz als Religion. Die Reformulierung der Pascal’schen Wette im Digitalzeitalter, in: Ziad Mahayni (Hg.), Ethische Fragen im Digitalzeitalter, Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2025, S. 155-170
  • Transcending Nature: Antennafication of Humans and Trees, in: Isik Kaya, Thomas Georg Blank, Second Nature, Heidelberg (Kehrer) 2022
  • Aristoteles auf Facebook oder: Was ist Freundschaft?, in: SCHEIDEWEGE. Jahresschrift für skeptisches Denken, H. 48, Jg. 2018/2019, S. 92-111
  • Von Menschen, Computern und Schachbrettern, in: perspectives #5, Jan. 2018
  • Der Mensch im Zeitalter maschineller Superintelligenz, in: Jürgen Krahl, Josef Löffl (Hg.), Industrie 4.0 – Menschen, Maschinen, Netzwerke, Göttingen (Cuvillier Verlag) 2016, S. 19-46
  • Individualität und Konsum, in: Gernot Böhme und Ute Gahlings (Hg.), Wie lebt es sich in unserer Gesellschaft?, Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2015, S. 57-78
  • Das Leben als To-Do-Liste. Leistungsdruck in der Wirtschaft und dessen Folgen, in: Gernot Böhme (Hg.), Kritik der Leistungsgesellschaft, Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2010, S. 53-70
  • Individualität als Massenphänomen. Die Dialektik des Kaufens in der modernen Konsumgesellschaft, in: SCHEIDEWEGE. Jahresschrift für skeptisches Denken, H. 38, Jg. 2008/2009, S. 344-370
  • Elemente – Die klassische Elementenlehre, in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 3 Dynastie-Freundschaftslinien, Stuttgart/ Weimar (Verlag J. B. Metzler), 2006, S. 210-216
  • Feuer, Wasser, Erde und Luft in der modernen Kunst. Strategien der Darstellung des Elementaren, in: WEIMARER BEITRÄGE. Zeitschrift für Literaturwissenschaft, Ästhetik und Kulturwissenschaft, H. 4, 2005, S. 535-546
  • Körper ohne Leib. Phänomenologische Betrachtungen unter Teilnarkose, in: SCHEIDEWEGE. Jahresschrift für skeptisches Denken, H. 34, Jg. 2004/2005
  • Altern in der Spaßgesellschaft, in: SCHEIDEWEGE. Jahresschrift für skeptisches Denken, H. 32, Jg. 2002/2003, S. 5-18
  • Jung sein, ganz egal, wie alt man ist, in: Darmstädter Echo MAGAZIN, 17.8.02, S. M1
  • Das Erhabene in der Erfahrung der Berge. Überlegungen zum Erhabenen im Zeitalter technischer Naturbeherrschung, in: WEIMARER BEITRÄGE. Zeitschrift für Literaturwissenschaft, Ästhetik und Kulturwissenschaft, H. 2, 2001
  • Das Wasser in körperlich-leiblicher Erfahrung. Zur Phänomenologie des Wassers, in: SCHEIDEWEGE. Jahresschrift für skeptisches Denken, H. 31, Jg. 2001/2002
  • Auf dem Weg zu einem neuen Naturverständnis, in: MorgenWelt, Online-Magazin für Wissenschaft und Kultur, November 1998

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